Hitachi-Entscheid: Wettingen verpasst eine historische Chance

Der Entscheid ist gefallen: Hitachi Energy baut den neuen Schweizer Campus nicht in Wettingen, sondern in Otelfingen. Für Wettingen ist das ein herber Rückschlag. Es geht nicht nur um ein grosses Bauprojekt. Es geht um Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, wirtschaftliche Entwicklung und um die Frage, ob unsere Gemeinde für solche Chancen überhaupt bereit ist.
Geplant gewesen wäre ein Campus mit bis zu 3000 Arbeitsplätzen. Für Wettingen hätte dies neue Perspektiven, zusätzliche Steuereinnahmen und eine klare Stärkung des Wirtschaftsstandorts bedeutet. Stattdessen geht dieses Projekt nun in den Kanton Zürich.
Der Entscheid zeigt deutlich: Gute Absichten reichen nicht. Standortpolitik muss vorausschauend, verlässlich und realistisch sein. Wenn ein Unternehmen dieser Grössenordnung einen Standort sucht, zählen Planungssicherheit, klare Rahmenbedingungen, vorhandene Erschliessung und schnelle Umsetzbarkeit. Genau dort hatte Otelfingen offenbar die besseren Karten.
Wettingen darf daraus nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Es braucht eine ehrliche Analyse. Warum war unsere Gemeinde nicht bereit? Warum mussten zentrale Grundlagen erst im Schnellzugtempo erarbeitet werden? Und was muss sich ändern, damit Wettingen bei der nächsten grossen Chance nicht wieder leer ausgeht?
Für die SVP Wettingen ist klar: Unsere Gemeinde braucht eine Standortpolitik, die nicht erst reagiert, wenn ein Grossprojekt bereits vor der Tür steht. Wir brauchen verlässliche Planung, gesunde Gemeindefinanzen, attraktive Rahmenbedingungen für Unternehmen und eine klare Strategie für die Zukunft.
Wettingen hat Potenzial. Aber Potenzial allein bringt keine Arbeitsplätze und keine Steuereinnahmen. Jetzt braucht es weniger Schönreden und mehr konkrete Arbeit.
